Schlagworte: Genrefilme

So finster die Nacht

Nicht von der Oberfläche abschrecken lassen: "So finster die Nacht". Bildnachweis: MFA+

Was hat dieses verstörende Bild aus dem düster-melancholischen Vampir-Coming-of-Age-Film „So finster die Nacht“ („Låt den rätte komma in“) von Tomas Alfredson mit Filmbildung zu tun? Zum einen, dass man sich aufgrund eines einzelnen Standfotos defintiv kein Urteil über einen Film erlauben kann. Zum anderen, dass Filmbildung nicht nur auf realistische Stoffe beschränkt sein darf. Mein Artikel „Neue Sichtweisen“ in der gestern erschienenen Ausgabe der Zeitschrift film-dienst, die sich bereits zum dritten Mal und anlässlich des in der kommenden Woche in Berlin stattfindenden Kongresses von Vision Kino dem Themenschwerpunkt Filmpädagogik widmet, ist dementsprechend ein Plädoyer für Genrefilme im filmpädagogischen Kontext und für eine aufgeschlossene Auseinandersetzung, die sich weder von spektakulären Schauwerten abschrecken lässt noch versucht, deren Faszination zu zerreden. In diesem Zusammenhang auch lesenswert ist der Artikel „Hasen mit Ohren“ von Josef Lederle in derselben Ausgabe über die Scheindiskussion einiger FAZ/FAS-Autoren um vermeintlich jugendgefährdende FSK-12-Titel.

Wer die Ausstrahlung von „So finster die Nacht“ gestern im WDR verpasst hat, kann den Film (FSK 16) auf DVD oder Blu-ray nachholen, die in Deutschland bei MFA+ erschienen ist – inklusive der sehr lohnenswerten scbwedischen Originalfassung und zudem ausgestattet mit einem Audiokommentar. Anregungen für die medienpädagogische Arbeit gibt es bislang nur in Großbritannien bei film education.

Pädagogische Randgebiete