Schlagworte: Begleitmaterialien

WTWTA_Max_Alexander

Ein melancholischer Abenteuerfilm. Max findet in den wilden Kerlen Seelenverwandte. Bildnachweis: Warner Bros.

„Und jetzt machen wir Krach!“ Der neunjährige Max, den die monsterähnlichen wilden Kerle gerade zu ihrem König gekrönt haben, gibt seinen ersten Befehl. Und in einer wilden Schlacht gehorchen die großen pelzigen und gefiederten Wesen seinen Worten. In der Welt der wilden Kerle darf Max tun und lassen, was er will – ganz im Gegensatz zu seinem Zuhause. Dort kümmert sich niemand um ihn. Die ältere Schwester interessiert sich für Jungs, die allein erziehende Mutter ist überarbeitet. Auf den ersten Blick ist die Welt der wilden Kerle, in die Max nach einem Streit mit seiner Mutter flieht, viel besser. Allmählich aber zeigt sich, dass die wilden Kerle Sorgen und Probleme plagen, die Max nur allzu gut aus seiner Familie kennt – und Max erkennt seine Grenzen als König.

Spike Jonze hat mit dem Drehbuchautor Dave Eggers aus dem Bilderbuch von Maurice Sendak einen ebenso wilden wie melancholischen Abenteuerfilm für Kinder ab 8 Jahren (und für Fans des Videoclip-Regisseurs) gemacht, der sich durch seine differenzierten Figuren auszeichnet und seine Stärke vor allem aus Gegensätzen bezieht: die Freiheit lieben und Grenzen erfahren, wild und traurig sein, Fehler machen und trotzdem geliebt werden.

Der von mir verfasste Schulleitfaden für Warner Bros. kann kostenfrei über die Website zum Film heruntergeladen werden. Weitere Anregungen für die filmästhetische Arbeit mit „Wo die wilden Kerle wohnen“ im Schulunterricht sowie ein Artikel über Themen und Stile in den Clips von Jonze wurden auf kinofenster.de veröffentlicht.

„Wo die wilden Kerle wohnen“ startet am 17.12.2009 in den deutschen Kinos.

Angst und Liebe: Wo die wilden Kerle wohnen

Sturm_Kerry_Fox

Idealismus gegen Diplomatie: Kerry Fox als Anwältin Hannah Maynard in "Sturm". Bildnachweis: Piffl Medien

Seit dem 10. September läuft Hans-Christian Schmids „Sturm“ in den deutschen Kinos, ein Politthriller über die Folgen der Kriege im ehemaligen Jugoslawien sowie die bürokratischen und diplomatischen Hürden bei der Verfolgung der Täter. Schmids Film ist starkes europäisches Kino, das ein brisantes und aktuelles Thema aufgreift. Unspektakulär, aber extrem wirkungsvoll und mit einer klaren Bildsprache bringt er sein Anliegen zum Ausdruck, ohne auf platte Argumentationen zurückzugreifen.

Begleitmaterialien für den Schulunterricht, die ich für den Verleih Piffl Medien erstellt habe, stehen kostenfrei auf der Website zum Film zum Download bereit. Empfehlenswert ist auch das ebenfalls frei verfügbare Presseheft, das neben  guten Interviews mit den Filmemachern und Darstellerinnen auch Hintergrundinformationen zum Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) enthält.

Interessante Gedanken zum Thema „europäische Identität“ und „europäisches Kino“ von internationalen Filmschaffenden, Fachleuten aus der Filmbranche und Filmkritikern gibt es auch in der Mediathek der bpb.

Starkes europäisches Kino: Sturm