Kategorie: Neue Texte

Ich mag es ja, wenn Filme sich nicht so einfach auf ein Zielpublikum festlegen lassen und den Mut haben, Genre-Grenzen zu überschreiten. Mit "Coraline", "ParaNorman" und "Frankenweenie", der letzte Woche endlich auch in Deutschland angelaufen ist, liegt nun schon der dritte Film vor, der im Laufe der letzten vier Jahre entstanden ist und klassische Stop-Motion-Technik, eine Kindergeschichte und Horrorelemente wunderbar verbindet. Im film-dienst 2/2013 ist unter dem Titel "Von Ängsten und wie man sie überwindet" ein Text von mir darüber erschienen, wie Zombies und Monster im Stop-Motion-Film ein neues Zuhause und ein neues Publikum finden – nämlich ausgerechnet Kinder, die vor diesen Schreckgestalten immer behütet werden sollten.

Weitere Texte zu "Frankenweenie" von mir gibt es auch bei fluter und in der Kinderfilmwelt. Besonders spannend bei der Kinderkritik: Hier werden die Filme von Kindern selbst kommentiert – ganz ehrlich und auf den Punkt gebracht.

Untote Puppen

Nun laufen sie also wieder, die beiden Castingshow-Flaggschiffe „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s next Topmodel“. Wer sich auch mit seinen Schülerinnen und Schülern im Unterricht mit diesen Sendeformaten auseinandersetzen will, findet Anregungen bei der Stiftung Medienpädagogik Bayern. Die Broschüre Coole Superstars – Die Inszenierung von Castingshows im Fernsehen erkennen und bewerten, die ich im Rahmen des Projekts „Medienführerschein“ entwickelt habe, liefert Hintergrundinformationen und stellt eine exemplarische Unterrichtseinheit für die 6. und 7. Jahrgangsstufe vor. Und wie immer geht es mir dabei nicht um eine moralische Bevormundung, sondern eher um eine Anregung zum genauen Hinsehen und Nachdenken.

Castingshows im Unterricht

  • 28. Februar 2012
  • Thema Neue Texte
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So finster die Nacht

Nicht von der Oberfläche abschrecken lassen: "So finster die Nacht". Bildnachweis: MFA+

Was hat dieses verstörende Bild aus dem düster-melancholischen Vampir-Coming-of-Age-Film „So finster die Nacht“ („Låt den rätte komma in“) von Tomas Alfredson mit Filmbildung zu tun? Zum einen, dass man sich aufgrund eines einzelnen Standfotos defintiv kein Urteil über einen Film erlauben kann. Zum anderen, dass Filmbildung nicht nur auf realistische Stoffe beschränkt sein darf. Mein Artikel „Neue Sichtweisen“ in der gestern erschienenen Ausgabe der Zeitschrift film-dienst, die sich bereits zum dritten Mal und anlässlich des in der kommenden Woche in Berlin stattfindenden Kongresses von Vision Kino dem Themenschwerpunkt Filmpädagogik widmet, ist dementsprechend ein Plädoyer für Genrefilme im filmpädagogischen Kontext und für eine aufgeschlossene Auseinandersetzung, die sich weder von spektakulären Schauwerten abschrecken lässt noch versucht, deren Faszination zu zerreden. In diesem Zusammenhang auch lesenswert ist der Artikel „Hasen mit Ohren“ von Josef Lederle in derselben Ausgabe über die Scheindiskussion einiger FAZ/FAS-Autoren um vermeintlich jugendgefährdende FSK-12-Titel.

Wer die Ausstrahlung von „So finster die Nacht“ gestern im WDR verpasst hat, kann den Film (FSK 16) auf DVD oder Blu-ray nachholen, die in Deutschland bei MFA+ erschienen ist – inklusive der sehr lohnenswerten scbwedischen Originalfassung und zudem ausgestattet mit einem Audiokommentar. Anregungen für die medienpädagogische Arbeit gibt es bislang nur in Großbritannien bei film education.

Pädagogische Randgebiete

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Ein melancholischer Abenteuerfilm. Max findet in den wilden Kerlen Seelenverwandte. Bildnachweis: Warner Bros.

„Und jetzt machen wir Krach!“ Der neunjährige Max, den die monsterähnlichen wilden Kerle gerade zu ihrem König gekrönt haben, gibt seinen ersten Befehl. Und in einer wilden Schlacht gehorchen die großen pelzigen und gefiederten Wesen seinen Worten. In der Welt der wilden Kerle darf Max tun und lassen, was er will – ganz im Gegensatz zu seinem Zuhause. Dort kümmert sich niemand um ihn. Die ältere Schwester interessiert sich für Jungs, die allein erziehende Mutter ist überarbeitet. Auf den ersten Blick ist die Welt der wilden Kerle, in die Max nach einem Streit mit seiner Mutter flieht, viel besser. Allmählich aber zeigt sich, dass die wilden Kerle Sorgen und Probleme plagen, die Max nur allzu gut aus seiner Familie kennt – und Max erkennt seine Grenzen als König.

Spike Jonze hat mit dem Drehbuchautor Dave Eggers aus dem Bilderbuch von Maurice Sendak einen ebenso wilden wie melancholischen Abenteuerfilm für Kinder ab 8 Jahren (und für Fans des Videoclip-Regisseurs) gemacht, der sich durch seine differenzierten Figuren auszeichnet und seine Stärke vor allem aus Gegensätzen bezieht: die Freiheit lieben und Grenzen erfahren, wild und traurig sein, Fehler machen und trotzdem geliebt werden.

Der von mir verfasste Schulleitfaden für Warner Bros. kann kostenfrei über die Website zum Film heruntergeladen werden. Weitere Anregungen für die filmästhetische Arbeit mit „Wo die wilden Kerle wohnen“ im Schulunterricht sowie ein Artikel über Themen und Stile in den Clips von Jonze wurden auf kinofenster.de veröffentlicht.

„Wo die wilden Kerle wohnen“ startet am 17.12.2009 in den deutschen Kinos.

Angst und Liebe: Wo die wilden Kerle wohnen

medienconcret_politikDie neue Ausgabe der medienpädagogischen Fachzeitschrift MedienConcret trägt den Titel „Politik 2.0“ und liefert einen theorie- und praxisbezogenen Rundumschlag über das Verhältnis von Jugend, Medien und Politik – vom Web zum Foto, von der Musik zum Film, vom Umgang mit vorgefertigten Angeboten zu Eigenproduktionen.

Letztere stehen auch im Mittelpunkt meines Beitrags „Zurück und in die Zukunft“: Politische Visionen in dokumentarischen und fiktionalen Kurzfilmen von jugendlichen Filmemacherinnen und -machern, die im Laufe der letzten drei Jahre auf dem Bundesfestival Video aufgeführt und mit dem Deutschen Jugendvideopreis ausgezeichnet wurden. Genauer angesehen habe ich mir dafür „Die Lücke„, „Oury Jalloh„, „Paloma„, „Fichtestraße„, „Durch gefrorene Fenster„, „Du sagst, ich filme dich„, „Amazonien“ und „Gabra2„.

Politische Visionen von Jugendlichen